Aktualisierung: die nachfolgend angekündigte Tagung wird verschoben, voraussichtlich auf Anfang Mai!

Die Kriminologische Initiative Hamburg e.V. lädt ein zur Tagung

„Terrorismus und Widerstand“

am 2.-3. Dezember 2011 an der Universität Hamburg.

Der Beginn des 21. Jahrhunderts stand ganz im Zeichen der Ereignisse des 11. September 2001 und der Reaktionen darauf in Gestalt des „War on Terror“.

Der Begriff Terrorismus in seiner Prägung durch den alltäglichen Sprachgebrauch ist indessen nicht unproblematisch. Wenn Gewalt und insbesondere die Tötung von Menschen mit einem solchen Terrorbegriff delegitimiert werden, ist auch der Beobachterstandpunkt von Bedeutung: Der Terrorist des Einen ist der Widerstandskämpfer des Anderen. Bin Laden war schließlich durch die CIA als „Freiheitskämpfer“ im Stellvertreterkrieg der USA gegen die damalige Sowjetunion in Afghanistan aufgebaut worden, bevor er zum Synonym des Terrorismus schlechthin wurde. Dass aber auch staatliche Interventionen wie die Bombardierung von Tripolis durch die USA im Jahre 1984 zwanglos unter die Kriterien des Terrorismus subsumiert werden können, hat etwa Chomsky in einem Vortrag von 2010 dargelegt.

Inzwischen ist ein neues Phänomen aufgetaucht: der Widerstand der Bevölkerung in islamischen Staaten gegen ihre Regierungen, die darauf nun ihrerseits mit Terrormaßnahmen antworten – wie aktuell in Gaddafis Libyen. Als Reaktion darauf fallen dort inzwischen wieder westliche Bomben – und es eröffnen sich erneut Diskurse über die Legitimität fremdstaatlicher Interventionen.

Das wirft die Frage auf, wie sich das Spannungsverhältnis von Widerstand, Terrorismus und staatlichem Interventionismus konstituiert. Wie lässt sich ein Feld abstecken, das neue Perspektiven für das Verständnis von terroristischer Gewalt und Widerstand gegen bedrückende Verhältnisse bietet? Wo verläuft die Grenze zwischen illegitimem Terror und legitimem Widerstand (einschließlich dem von „oben“)? Welche Erkenntnisperspektiven lassen sich aus einer solchen Gegenüberstellung von Terrorismus und Widerstand ableiten?

Neben diesem Schwerpunkt sind auch Beiträge willkommen, die sich mit anderen Facetten von „Terrorismus“ und „Widerstand“ beschäftigen. Daher bitten wir um Einsendung von Abstracts bis zum 31.10.2011, unter anderem zu folgenden Themenbereichen:

  • Terrorismus, Widerstand und Macht(un-)gleichgewicht
  • Staatsterrorismus vs. gerechter Krieg
  • Kulturbezogene Aspekte von Terrorismus und Widerstand
  • Linksradikaler Terrorismus
  • Rechtsradikaler Terrorismus/Militarismus
  • Terrorismus in der Populärkultur
  • Instrumentalisierung des Terrorismusbegriffs
  • Kriminalisierung politischer Bewegungen
  • Bedrohungsszenarien und die Visualität des Terrors
  • Psychologie des Terrors und der Angst vor Terror

Beiträge von Studierenden sind ausdrücklich erwünscht.
Die Veranstaltung findet am 02./03. Dezember 2011 an der Universität Hamburg in Zusammenarbeit mit dem Institut für Kriminologische Sozialforschung statt. Beitragsvorschläge bitten wir mit dem Betreff „Terrorismustagung“ an folgende Emailadresse zu senden krim-ini@gmx.de .

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